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Die Geschichte der Bestatterin Blum (gespielt von Anna Maria Mühe), die nach dem Tod ihres Mannes ein mörderisches Komplott aufdeckt und auf Rachefeldzug geht, begeistert nun auch das Serienpublikum weltweit. Netflix und der ORF verlegten den Plot der Krimi-Serie ins Tiroler Gebirge: ins Kühtai, ins Ötztal, auf den Venet und an andere Drehorte. Von Sonne, blauem Himmel, grünen Wiesen oder strahlend weißem Schnee – dem eigentlich typischen Tirol-Bild – ist in der Serie nur wenig zu sehen.
Der Roman „Totenfrau“ ist der erste Band von Bernhard Aichners Trilogie rund um die Bestatterin Blum. Mit einer halben Million verkaufter Exemplare im deutschen Sprachraum und Übersetzungen in 17 Sprachen ist er ein absoluter Krimi-Bestseller: düster, leidenschaftlich und ziemlich blutrünstig. Diese Stimmung einzufangen, war den Filmemachern der Netflix-Serie ein besonderes Anliegen. „Sie wollten diese Zwischenjahreszeiten haben, in denen die Berge nicht schneeweiß sind, sondern eher fleckig. Für die Dreharbeiten wählten sie daher die ‚schiachste‘ Zeit. Aber es ist lässig, dass nicht alles so clean ist“, sagt Bernhard Aichner, „weil die Welt, in der die ‚Totenfrau‘ unterwegs ist, ja doch sehr kaputt ist.“
„Wie Blums Leichenwagen die Serpentinen der Ötztaler Gletscherstraße hochzieht, das sind extrem lässige Bilder“, schwärmt der Autor. Die Drohnen-Aufnahmen überzeugten ihn endgültig davon, dass seine Protagonistin Blum (Anna Maria Mühe) samt Familie und Bestattungsunternehmen besser auf dem Land lebt, statt – wie in der Romanvorlage - im Innsbrucker Villenviertel Saggen.
Auf über 2.000 Meter Meereshöhe liegt das Haus, in dem die Geschichte mit dem Unfalltod von Blums Mann ihren Anfang nimmt. „Das Filmteam hat sich mit einem Location Scout von Cine Tirol sehr viele Orte angesehen, und das Kühtai hat ihnen besonders gut gefallen“, erzählt Aichner und freut sich schon auf den Winter: „Ich gehe selbst gerne im Kühtai Skifahren. In Zukunft werde ich immer daran denken, dass die Blum gleich nebenan wohnt.“
Die Location, der Kühtaier Hof, bildet mit dem 3-Seen-Haus und dem Jagdschloss Kühtai das Jagdschloss Resort. Hier, wo einst Kaiser Maximilian auf die Jagd ging, wohnt man fürstlich oder modern, immer mit dem Duft von Holz in der Nase und einem sensationellen Bergpanorama vor Augen. Das Kühtai hat eine lange Tradition als Skiresort und als klimabegünstigte Wander- und Bergsteigerregion in heißen Sommern. Sportprofis absolvieren hier Höhentrainings, Menschen mit Heuschnupfen genießen die reizarme Luft.
Zurück ins Ötztal und auf die Serpentinen, auf denen Blum auf Mörderjagd den Leichenwagen mit der Ducati tauscht. Achtung Spoiler: An der Mautstation der Ötztaler Gletscherstraße gibt es einen Schockmoment für das Serien-Publikum - und damit ist nicht die Mautgebühr gemeint.
Von Sölden aus führt der Weg ins Hintere Ötztal, nach Hochsölden, Vent oder Gurgl und von dort übers Timmelsjoch nach Italien. Genuss-Biker nützen hier den durchgängigen Radweg von Haiming nach Sölden und Downhiller haben sogar ihre eigene „Staatsform“: die Bike Republic Sölden mit Naturtracks, gebauten Lines, Enduro-Routen und Pumptracks.
Auch die öffentlichen Verkehrsmittel im Ötztal sind ganz auf den Sport eingestellt. Jeder Bus der Ötztaler Verkehrsgesellschaft (ÖVG) verkehrt im Sommer mit Radanhänger und bringt im Winter die Passagiere im 10-Minuten-Takt zu den Bergbahnen in Sölden, Gurgl und Vent. Was das mit unserer Blum zu tun hat? In der Werkstatt der Ötztaler Verkehrsgesellschaft lässt die Serienheldin ihre Ducati reparieren. „Eine riesige Werkstatt mit nur einer Kundin“, lacht Aichner, „aber es sieht einfach toll aus.“
Himmel, Wälder und Schluchten, Gletscher und Bäche fügen sich in „Totenfrau“ zur Bergkulisse, vor der gemordet, geliebt und ermittelt wird. Und was spielt sich unten im Tal ab? Nichts Gutes, denn am Innufer bei Roppen wird eine Leiche gefunden. Tatsächlich meint Bernhard Aichner, „ist das aber ein netter Badeplatz“. Hier liegt man im Sommer im feinen Sand, lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen und hält zum Abkühlen die Füße ins klare Wasser.
Hochgurgl hat seinen großen Auftritt als „Bad Annenhof“, einen Schauplatz des mörderischen Treibens. Dass man es hier mit einem Hotspot des Wintersports zu tun hat, weiß man beim ersten Blick auf die Gletscher im Hintergrund. Davor liegt das elegante „Hotel Schönborn“, in dem Unternehmerin Johanna Schönborn die Fäden zieht. „Michou Friesz macht das sehr cool“, meint Bernhard Aichner. „Die Figur ist im Buch ein Mann, in der Serie haben sie eine Frau daraus gemacht, und das funktioniert sehr gut.“
Geändert wurde selbstverständlich auch der Hotelname: Hinter dem „Schönborn“ verbirgt sich in Wahrheit das Ski- und Wellnessresort Hotel Riml in Hochgurgl. Auf 2.200 Meter Meereshöhe finden Gäste in Pools, Saunen und beim Indoor-Golf Entspannung. Abenteuer warten beim Bergsteigen, Klettern oder auf der Piste vor der Haustür.
In Reutte in die Seilbahn steigen und auf dem Venet bei Zams ankommen – das geht nur im Film. Doch die Drehorte der „Zöblenker Egg“ Bergbahn haben jeder für sich viel zu bieten:
Die Bergwelt Hahnenkamm in Reutte ist die richtige Region für Wanderungen zu Almen und Hütten, zum Skifahren und für Skitouren. Besonderheiten sind ein Barfußpfad und das barrierefreie Bergerlebnis, das zunehmend ausgebaut wird.
Die Venet Bergbahnen punkten im Winter mit einem Familienskigebiet mit viel Naturschnee, wildromantischen Schneeschuhwanderungen und Skitouren. Im Sommer laden unzählige Wanderrouten zu Ausflügen ein. Das außergewöhnlichste Angebot finden aber Astrologie-Fans vor: Trotz der Nähe zum belebten Inntal ist es nachts auf dem Venet sehr dunkel, sodass der Sternen-Himmel von der Sternwarte an der Bergstation in seiner ganzen Pracht sichtbar wird.
Zwei Jahre nach dem Rachefeldzug der Bestatterin Brünhilde Blum ist es endlich wieder soweit: die Erfolgs-Serie geht in Fortsetzung! Auch der zweite Teil der Trilogie wurde an vielen Tiroler Schauplätzen gedreht. „Dass so viele Außenaufnahmen in Tirol spielen, ist natürlich besonders schön“, freut sich auch der Schöpfer der Totenfrau Bernhard Aichner, der den Thriller ja in und rund um Innsbruck verortet hat. Und auch Gäste dürfen sich freuen, denn dort, wo die schönen und teils auch düsteren Bilder entstanden sind, gibt es bei einem Besuch so einiges zu erleben – Spa-Tage, endlose Skiabfahrten und Rennradtouren zum Beispiel. Wo Fans den Spuren der Totenfrau genau folgen können, haben wir hier zusammengefasst.
Anders als in der ersten Staffel, wo Hochgurgl als Bad Annenhof inszeniert wurde, spielt in der zweiten Staffel die Ortschaft „Kühtai“ den Wohnort der Blums und Schönborns. Eigentlich auch naheliegend, denn das Wohnhaus der Blum befand sich schon in der ersten Staffel in dem hochgelegenen Skiort. In beiden Staffeln lebt die Familie Blum im Kühtaier Hof, der früher auch das Wohnhaus des Grafen von Stolberg war und heute eine Dependance des benachbarten Schlosshotels ist. Gäste des Kühtaier Hofs nächtigen in luxuriösen Zimmern im Landhausstil und genießen von hier die gleiche Aussicht wie Blum: auf die weite Bergwelt und das angrenzende Skigebiet.
In der zweiten Staffel wurden nun noch weitere Kühtaier Locations als Bühne der Serie genutzt. So sind nicht nur ein paar kleinere Nebenschauplätzen wie die Bushaltestelle („Nela und Alex forever“), das Wahllokal und die Bar 2020 (im eigentlichen Sporthotel Kühtai) im kleinen Bergdorf zu finden, sondern auch das Hotel Schönborn. Dieses wird im Hotel VAYA inszeniert, das nicht nur im Film kaum Wünsche lässt: vom Ski-In Ski-Out über die eigene Privatsauna bis hin zur Panoramaterrasse nämlich. Kann man sich schon mal gönnen!
Das Kühtai liegt auf 2.020 Metern Seehöhe und ist damit das höchstgelegenste Skigebiet Österreichs. In der Netflix-Serie wurde allerdings ein bisschen getrickst: zwar sind die Berge in den Filmaufnahmen alle echt, in der einen oder anderen Einstellung wurden aber auch ein paar Kaunertaler Berge ins Bild geschummelt.
Eine Bestatterin braucht freilich einen Friedhof. Da es im Kühtai einen solchen aber nicht gibt, wich das Produktionsteam kurzerhand nach Ladis aus. Der kleine Ort liegt – gemeinsam mit den Orten Serfaus und Fiss - auf einem Sonnenplateau oberhalb von Prutz und ist vor allem für seine Schwefel- und Sauerquellen bekannt, denen auch heilsame Wirkung nachgesagt wird. Die Festung, die im Hintergrund des Friedhofes zu sehen ist, ist die Burg Laudegg, die bereits 1239 urkundlich erwähnt wurde und im Sommer besichtigt werden kann.
Was wäre die Totenfrau nur ohne ihr Motorrad? In der zweiten Staffel ist Blum mit ihrer Ducati auf mehreren Tiroler Straßen unterwegs. Wer sich entschieden hat, das Kühtai zu besuchen, wird bereits bei der Anfahrt einige Straßenabschnitte erkennen: im Sellrain, das ins Kühtai führt, wurden mehrere Straßenszenen gedreht.
Hier – genauer in Gries - befindet sich auch die Tankstelle, die in mehreren Folgen zu sehen ist. Wer hier vorbei kommt, sollte sich eine kurze Wanderung, zum Beispiel nach St. Sigmund, nicht nehmen lassen. Dort nämlich befindet sich die Flüchtlingsunterkunft (Alpengasthaus Lüsens), in die Reza Tim bringt, als sich die Ereignisse überschlagen. Auch die Szene, in der Blums Leichenwagen durch die Nacht fährt, wurde hier am Grieser Wanderparkplatz „Gleirschalm“ gedreht. Bei Tag bietet sich hier übrigens wieder eine kurze Wanderung oder Rodeltour zur gleichnamigen Alm an, in der frisch gekochte Tiroler Kost in der urigen Stube serviert wird. Der Sellrain-Straße weiter folgend, erreicht man bald auch die Galerie, durch die die Totenfrau in mehreren Folgen fährt, und wenige hundert Meter weiter schließlich auch das Kühtai.
Weitere Motoradszenen wurden übrigens auch auf der Kaunertaler Gletscherstraße, wo sommers besonders Rennradler gerne unterwegs sind, und der Haiminger Bundesstraße, wo sich auch das American Diner „Oilers 69“ (das Restaurant, in dem Wallner mit Lambert isst) befindet, gedreht.
Auch in Innsbruck ist die Totengräberin unterwegs und die Schauplätze sind alle mittels einem feinen Spaziergang besuchbar: erst ein Stadtbummel durch die alten Gassen der Innsbrucker Innenstadt (Stiftgasse, Badgasse), wo kleine Cafés zu einer Rast abseits der großen Ströme einladen. Anschließend ein bisschen Kulturprogramm in der Hofburg (Büro des Bürgermeisters) und zum Mittagessen ins Woodfire in der Universitätsstraße, wo man die bestimmt größte Steakauswahl der Stadt bekommt (und in dem auch in den Folgen 4 und 5 gegessen wird). Wer dann noch das „Chez Nous“ besuchen möchte, kann sich in der Stadt noch etwas Zeit vertreiben (zum Beispiel im Hofgarten, der zwar kein Drehort der Serie aber trotzdem sehenswert ist) und abends ins p.m.k. („Chez Nous“) spazieren, wo eine Kulturinitiative ein abwechslungsreiches Programm bietet.
In der zweiten Staffel der Totenfrau gibt es nun endlich auch einen Cameo-Auftritt! Nachdem sich Blum in der dritten Folge aus dem brennenden Auto rettet, in den See (übrigens der Achensee im Tiroler Unterland) springt und sich schließlich ans Ufer im Wald (nahe der Area 47 in Oetz) schleppt, hält ein schwarzer Wagen neben ihr. Der Fahrer? Kein geringerer als der Autor und Schöpfer der Totenfrau Bernhard Aichner. Schon immer wollte er das einmal machen, verrät er im Podcast „Hörausflüge“ und sagt: „Ich hab allergrößten Respekt vor allen, die da spielen.“
Eine letzte Location wollen wir noch verraten: Die Villa, in der Sarkissian lebt, ist wirklich zu schön, um sie für uns zu behalten. Es handelt sich hierbei um das Chalet G12, das auf dem Gschwandtkopf bei Seefeld steht. Das luxuriöse und stilvolle Chalet befindet sich direkt neben der Bergstation des Gschwandtkopfliftes und beherbergt Gäste in vier Ferienwohnungen. Die Innenaufnahmen allerdings wurden in einem Privathaus aufgenommen - wer also sehen möchte, wie das echte Interieur des Chalet G12 aussieht, schaut sich die Galerie auf deren Website an oder – noch besser – bucht einen Kurzurlaub vor Ort.